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BI Tiefengeothermie Graben-Neudorf/Waghäusel

In Graben-Neudorf und Waghäusel ist der Bau von Tiefengeothermie-Kraftwerken geplant.

Das Schlagwort in diesem Zusammenhang ist die „Energiewende“.


Dieses Kraftwerk soll in Graben Neudorf in der Ernst Blickle Straße, direkt neben wichtiger Infrastruktur wie z. B. der Brücke der B36, der Eisenbahnlinie nach Bruchsal, dem Umspannwerk und der SEW Eurodrive errichtet werden. Die nächsten Anwohner sind gerade einmal 800m Luftlinie vom Kraftwerk entfernt.

In Waghäusel wurde gleich hinter der Kleingartenanlage in Wiesental von der Stadt Waghäusel schon vor Jahren der Standort für eine Geothermie Anlage ausgewiesen.

Wir Anwohner haben große Sorge um unsere Lebensqualität, unser Eigentum und unsere Gesundheit. Darüber hinaus sehen wir aber auch eine Technik, die vorgibt umweltfreundlich und Co2 neutral zu sein, bei der jedoch eine große Menge Industriestrom für den Eigenstrombedarf benötigt wird.

Zudem haben wir große Sorge um unser Trinkwasser, denn das Grundwasser befindet sich an vielen Stellen sehr nahe an der Erdoberfläche. Ein Fehler könnte unser Grundwasser gefährden, denn zwischen 70 bis 80% der Thermalwasser-Wärme wird in der Erdkruste durch radioaktive Zerfallsprozesse erzeugt.

„Energiewende“ beinhaltet aus unserer Sicht , die von der konventionellen Energiewirtschaft verursachten ökologischen, gesellschaftlichen und gesundheitlichen Probleme zu minimieren und den Übergang zu einer nachhaltigen Energieversorgung mittels erneuerbarer Energien zu vollziehen. Die Bürgerinitiative möchte an dieser Stelle in den Dialog mit den Projektbetreibern treten und kritisch hinterfragen, wie die Fakten zu aktuell geplanten Tiefengeothermie-Standorten mit dem regenerativen Energiesystem vereinbar sind - immerhin dauert es nachweislich mehrere hundert Jahre, bis die ursprüngliche Temperatur des Reservoirs wieder vorhanden ist.

Wir haben uns ausführlich mit dem Bauträger und der Thematik beschäftigt und sind abschließend zu dem Standpunkt gekommen, dass wir kein Vertrauen in die Zuverlässigkeit der Firma „Deutsche Erdwärme“ haben.

Die Firma „Deutsche Erdwärme“ besteht aus einem sehr kleinen Team, mit aus unserer Sicht hoher Fluktuation. Viele der Mitarbeiter sind erst seit kurzem bei dieser Firma, andere haben die Firma bereits wieder verlassen und es gibt bislang kein einziges realisiertes Kraftwerk von der Deutschen Erdwärme. Darüber hinaus werden viele Leistungen durch Subunternehmer erbracht.

Nun plant man ein Geothermiewerk im ganz großen Stil und die Eingriffe in Umwelt und Natur sind enorm. So könnte das wunderschöne Stück Natur z. B. in Graben-Neudorf aussehen, wenn es für einen Geothermiebohrplatz zerstört wird. 

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Aus unserer Sicht ist das Kraftwerk deutlich zu groß dimensioniert, um glaubhaft unter dem Naturschutz-Deckmantel verstanden zu werden. Es ärgert uns Anwohner sehr, dass die Firma offensichtlich keine Bedarfsanalyse durchgeführt hat oder diese nicht offen kommuniziert. Das Kraftwerk scheint nicht auf einen realen Bedarf geplant zu werden. Man plant gerade in vielen Orten am Oberrheingraben und es entsteht aktuell ein wahrer Ansturm auf jeden möglichen Bohrplatz. Ob die Gemeinde vor Ort ein solches Kraftwerk überhaupt benötigt, erscheint uns untergeordnet. 

Unser Bürgermeister hat die fehlende Mitbestimmungsmöglichkeit der Gemeinde kritisiert. Zudem hat die Firma bisher keine Aussage getroffen ob sie das Kraftwerk im Zweifel auch gegen den Willen der Bürger realisieren würde. All das erscheint uns Anwohnern höchst suspekt. Hier kommt jemand von außen, greift in unsere Umwelt ein und setzt uns allen einer großen Gefahr aus.

Wir Anwohner sehen in den harmlosen  Vergleichen der Firma mit Alltagsgegenständen eine Verharmlosung, die der Technik absolut nicht gerecht wird.

Der Lärm des Kraftwerks wurde beispielsweise wie ein leises Radio bezeichnet. 

Tatsächlich verhält es sich jedoch so, dass durch den Betrieb von Geothermiekraftwerken gleichförmige Geräusche entstehen, die ganztägig und ganzjährig durch ihre Frequenzen zu einer Beeinträchtigung der Lebensqualität führen können. Vor allem die Lüfter erzeugen tieffrequenten Lärm (Körperschall). Ein Mitglied der BI hat das nebenstehende Video bei einem Besuch im Geothermiewerk Landau aufgezeichnet. Neuere Erkenntnisse weisen darauf hin, dass dieser Dauerlärm zu erhöhten Belästigungswirkungen oder sogar gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen kann. 

(vgl. Ministerium für Wirtschaft, Klimaschutz, Energie und Landesplanung Rheinland-Pfalz (MWKEL) | Abteilung 4 – Innovation | Kaiser-Friedrich-Straße 1 | 55116 Mainz, Seite 13)

Wir Anwohner fühlen uns mit unseren Sorgen nicht ernst genommen, wenn auf diesem Niveau beschwichtigt wird!

Wichtige Themen, die aus unserer Sicht gegen das Kraftwerk in unmittelbarer Nähe zu Wohnbebauung und wichtiger Infrastruktur sprechen, wurden bereits von bestehenden BIs übersichtlich zusammengefasst:

https://www.bi-gegen-tiefengeothermie-so.de/informationen/tiefengeothermie-risiken/

Die gigantische Abwärme (Annahme Pel = 10MW entspricht dem Verbrennen von 216.000 Liter Heizöl pro Tag) wird, wenn kein zusätzliches Wärmenetz entwickelt wird, unnötig verschwendet.

 

Wir finden, dass die vielen Gefahren und Probleme in keinem akzeptablen Verhältnis zu den erwarteten Vorteilen stehen. Wir engagieren uns daher für den Schutz der Bevölkerung und der Natur vor zahlreichen Bedrohungen, welche durch die Bohrungen und den Kraftwerksbetrieb ausgelöst werden können. 


Hierzu gehören beispielsweise: 

  •      Künstlich erzeugte Erdbeben
  •      erhöhte Konzentrationen von Giftstoffen im Grundwasser sowie eine erhöhte Radongaskonzentration
  •      Schäden an Gebäuden, Straßen und sonstigem Eigentum
  •      Veränderung des Mikroklimas durch Abwärme
  •      Lärmbelästigung durch den Bohr- und Kraftwerkbetrieb
  •      erhöhte Emission der im Boden gebundenen radioaktiven Partikel


Wir, als Anwohner, fühlen uns fremdbestimmt und Gefahren ausgesetzt, die wir nicht mittragen wollen. Das Risiko soll solidarisch von Anwohner und Gemeinde getragen werden der Profit jedoch wandert zu den Investoren der Firma.

Die Bürgerinitiative befürwortet die Energiewende. Verbrauch und Erzeugung von Energie müssen flexibler werden. Die Realisierung einer nachhaltigen Energieversorgung muss dabei einerseits technischen und ökologischen Kriterien genügen als auch soziale und ethische Kriterien erfüllen, um als nachhaltig und generationenübergreifend verteilungsgerecht gelten zu können.


Daher sagen wir Anwohner von Graben-Neudorf & Waghäusel und interessierte Anwohner der Nachbargemeinden am Oberrheingraben entschieden NEIN zu den geplanten Tiefengeothermie-Kraftwerken.


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